Auguste-Viktoria-Klinik :: Orthopädisches Krankenhaus Bad Oeynhausen


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Fusserkrankungen

Rückfußerkrankungen

Wir bieten in Zusammenarbeit mit unserer orthopädischen Werkstatt ein komplexes konservatives und operatives Therapiespektrum für unsere Patienten mit Problemen im Rückfußbereich an. Im Vordergrund jeglicher Behandlungsmaßnahmen am Fuß steht die konsequente Einlagenversorgung mit krankengymnastischer Beübung zur Verbesserung der Laufleistung. Sollte diese nicht ausreichen, so stehen operative Korrekturmaßnahmen am Rückfuß zu Verfügung um den Patienten die Beschwerden beim Laufen zu nehmen. In unserer Fußsprechstunde erfahren Sie nach klinischer und radiologischer Untersuchung eine individuelle Beratung.

Häufig sind die Diagnosen nicht einzeln stehend, sondern Veränderungen des gesamten Beines müssen in die staatische und funktionelle Betrachtung mit einbezogen werden.

Fersensporn

Der Fersensporn stellt eine dornartige, knöchernde Ausziehung am Fersenbein dar. Man unterscheidet den Hinteren (dorsalen) vom Unteren (plantaren) Fersensporn. Der plantare Fersensporn bildet sich durch Überbeanspruchung einer aus bindegewebigen Fasern bestehenden Platte am Fersensporn, die das Fußgewölbe stabilisiert. Im Ansatzbereich dieser Sehnenplatte (Plantaraponeurose) lagert der Körperknochen Material ein. Oft bestehen diese Fersensporne über sehr lange Zeit, ohne wesentliche Beschwerden zu verursachen. Wenn es dann zu einem Reizzustand des umgebenen Gewebes kommt, entstehen Schmerzen, die einen normalen Abrollvorgang beim Gehen nicht mehr möglich machen. Nicht das Vorhandensein des Fersenspornes, sondern die entzündliche Umgebungsreizung ist die Ursache der Schmerzen.

Die Therapie ist zunächst konservativ und besteht in der Verordnung orthopädischer Einlagen, die durch eine Aussparung an der druckempfindlichen Stelle zu einer Druckentlastung und somit Schmerlinderung sorgen. Zudem muss mit diesen Einlagen das Fußlängsgewölbe abgestützt werden um die bindegewebige Platte zu entlasten. Auch Cortisoninjektionen, vermischt mit einem örtlichen Betäubungsmittel, können die entzündlichen Veränderungen beseitigen. Es besteht die Indikation zur Operation. Hierbei wird die Sehnenplatte (Plantaraponeurose) an ihrem Ansatz zum Teil gespaltet, somit Entlastung und auch Schmerzfreiheit erziehlt.

Das untere Sprunggelenk
Das untere Sprunggelenk ist Teil des Rückfußes und lässt sich in einen vorderen und einen hinteren Teil unterteilen. Das untere Sprunggelenk hat eine vergleichsweise geringe Beweglichkeit und ist insbesondere für die Auswärts- und Einwärtskantung des Fußes (Pronation und Supination) verantwortlich.

Angeborene Fehlstellung des Fußes als Unfallfolge oder in Folge von Lähmungen kann zur Veränderung des unteren Sprunkgelenkes führen. Ebenso können entzündliche Erkrankungen oder Stoffwechselerkrankungen zu einer Arthrose führen. Die Folge sind belastungsabhängige Schmerzen. Sollten spezielle Einlagen- und Schuhversorgungen die Beschwerden nicht ausreichend bessern können, kommen operative Verfahren zur Anwendung. Hierbei können gleichzeitig Achsfehlstellungen beseitigt werden.

  • Bei passiv korrigierbaren Veränderungen (Kinder und Jugendliche) können spezielle Rekonstruktionen mit Versetzungen von Sehnen oder Einbringen von speziellen Schrauben (Operation nach Sani) die Fehlstellung beseitigen. Bei Erwachsenen können Rückfußfehlstellungen durch Korrektur der Fersenbeinstellung (Korrekturosteotemie) beseitigt werden. Ist bereits eine fortgeschrittene Arthrose des unteren Sprunggelenkes eingetreten, kommt die Versteifung des unteren Sprunggelenkes ggf. in Kombination mit einer Achskorrektur in Betracht.

    In Fällen, in denen auch das körpernahe Mittelfußgelenk (Schupargelenk) von der Arthrose und/oder Fehlstellung betroffen ist, muss hier gleichzeitig eine Korrektur erfolgen. In diesen Fällen spricht man von einer Tripple-Arthrodese. In der Regel sind hierzu Knochenverpflanzungen vom Beckenkamm erforderlich. Die Stabilisierung erfolgt situationsabhängig in Kombination von Schrauben, Klammern und Drähten. Hierbei handelt es sich um komplexe Behandlungen mit erhöhtem Risiko bezüglich Wundheilungsstörungen, so dass eine mehrtägige stationäre Überwachung erforderlich ist. Bis zur knöchernen Stabilisierung ist eine Ruhigstellung im Kunststoffverband erforderlich.

Oberes Sprunggelenk
Das obere Sprunggelenk stellt eine Verbindung zwischen Schienbein, Wadenbein und Sprungbein dar. Annäherungsweise entspricht dies einem Scharniergelenk, auf Grund der speziellen Gelenkform sind jedoch auch gewisse Einwärts- und Auswärtsdrehungen möglich. Das obere Sprunggelenk gehört zu den am häufigsten von Unfällen betroffenen Gelenken (Brüche, Bänderrisse). Die Verletzung der Außenbänder des oberen Sprunggelenks (fibulare Bänder) wird heute fast ausschließlich funktionell mit entsprechenden Schienenapparaten durchgeführt. Wird die Behandlung nicht konsequent durchgeführt oder kommt es bei wiederholten Bänderzerreißungen zu einer bleibenden Instabilität (chronische Instabilität der Außenbänder) kann es zur Entwicklung einer Sprunggelenksarthrose (Gelenkverschleiß) kommen.

Brüche des Sprunggelenkes werden mit Außnahme unverschobener Außenknöchelbrüche in der Regel operativ behandelt. Hierbei hat die Wiederherstellung der Achsverhältnisse und stufenlose Wiederherstellung der Gelenkflächen oberstes Gebot um einem vorzeitgen Gelenkverschleiß (Arthrose des oberen Sprunkgelenkes) vorzubeugen.

Chronische Bandinstabilität des oberen Sprunggelenkes (fibulare Bandistabilität)
Kommt es nach einer Zerreißung der Außenbänder des oberen Sprunggelenkes nicht zu einer Ausheilung, entsteht eine Instabilität. Der Patient empfindet Unsicherheit beim Gehen auf unebenen Boden und berichtet über wiederholtes Umknicken. Häufig kann die Diagnose bereits durch eine körperliche Untersuchung gestillt werden. Zur Objektivierung dienen gehaltene Röntgenaufnahmen, bei denen der Fuß in eine spezielle Furchtung eingespannt und die einzelnen Bandanteile des oberen Sprunggelenkes mit definierten Kräften angespannt werden. Bei dieser Untersuchung dürfen keine Schmerzen auftreten. Die im Röntgenbild feststellbaren Winkel geben das Ausmaß der Instabilität an.

Für die operative Stabilisierung stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung, die abhängig vom Alter des Patienten und den bei der Operation noch vorzufindenden Geweben zur Anwendung kommen:


  • Rekonstruktion der Bandreste, Bröstrom-Prozedur:
    Je nach Qualität der vorhandenen Bandreste kommt eine raffenden Naht oder raffende Vernähung der Bandreste mit dem Knochen, ggf. unter Anwendung eines Nahtankers in Betracht.
  • Periostlappenplastik:
    Sind die vorhandenen Bandreste nich ausreichend, und ist die Knochenhaut der Patientin noch kräftig ausgebildet, kann aus der Knochenhaut des Wadenbeines ein Bandersatz hergestellt und mit dem Sprungbein verschraubt werden.
  • Peronealsehnenplastik:
    Sind weder die Bandreste noch die Knochenhaut als Rekonstruktionsmaterial geeignet, muss ein Teil der Peronealsehne aus Außenbandersatz verwendet werden. Hier sind die Variationsmöglichkeiten groß und es können mehere Anteile des Außenbandapparates rekonstruiert werden. Hierbei handelt es sich um ein sehr stabiles Verfahren. Der Nachteil ist jedoch, dass häufig Bewegungseinschränkungen im oberen Sprunggelenk die Folge sind.
  • Osteochondrosis dissecans (OD):
    Bei der Osteochondrosis dissecans handelt es sich um ein Absterben des Knochens unterhalb der Knorpelschicht. Bezüglich der Ursache sind viele Möglichkeiten diskutiert worden. Heute ist man jedoch der Meinung, dass es sich um die Folge wiederholter Minimalverletzungen handelt (repetitive Mikrotraumata). Hierunter versteht man das gehäufte Verdrehen oder Stauch des Gelenkes wie es bei intensiven sportlichen Betätigungen vorkommt. Nach Übereinkunft der internationalen Knorpelforschungsgesellschaft (ICRS) von 2003 werden die Veränderungen in 4 Grade eingeteilt, wobei die Grade 1 und 2 in der Regel durch eine Gelenkspiegelung mit Anbohrung des Herdes behandet werden können (siehe Sprunggelenksarthroskopie). Die Grade 3 und 4 bedürfen einer offenen operativen Behandlung (siehe Knorpelknochentransplantation).

Arthroskopie des oberen Sprunggelenk (OSG)
Die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) des oberen Sprunggelenkes ist in der Auguste Viktoria Klinik Bad Oeynhausen fester Bestandteil der Behandlungsmaßnahmen. Die Arthroskopie wird nach entsprechender klinischer Diagnostik, Röntgenuntersuchung und ggf. Kernspintomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) bei folgenden Erkrankungen erfolgreich eingesetzt:

  • Begrenzten Knorpelschaden nach Unfällen am oberen Sprunggelenk (OSG)
  • Osteochondrosis dissecans
  • Weichteilimpingement
Hierunter versteht man die Einklemmung von teilgerissenen Bandanteilen oder geschwollenen Gelenkschleimhautanteilen.

Während der Arthroskopie kann der Knorpelüberzug des Gelenkes inspiziert und behandelt werden. Je nach Ausdehnung und Größe des Defektes wird der Knorpel geglättet, bei instabilen Knorpelanteilen entfernt oder Mikrofrakturierung durchgeführt. Bei der Mikrofrakturierung wird bei Knorpeldefekten der Randbereich zum Knorpel mit speziellen Instrumenten scharf abgesetzt und mit speziellen Meißel die knöcherne Begrenzung im Knochenmark durchbrochen. Hierdurch kommt es zum Austreten von Stammzellen, die in dem Knorpeldefekt einen sog. Superklott bilden. Hieraus kann Faserersatzknorpel entstehen.

Arthrose des oberen Sprunggelenkes
Die Arthrose des oberen Sprunggelenkes hat unterschiedliche Ursachen. Neben der primären Arthrose, deren Ursache nicht bekannt ist, stehen unfallbedingte Arthrosen, Arthorsen als Folge von Stoffwechselerkrankungen (Hämokromatose, Chondrokalzinose) oder entzündliche Erkrankungen (Rheumatoide arthritis).

Sprunggelenksprothesen
Die Therapie der Arthrose des oberen Sprunggelenkes erfolgt in der Auguste Viktoria Klinik Bad Oeynhausen vorzugsweise mit einer Endoprothese. Als Referenzzentrum für Sprunggelenksprothetik sind wir mit dieser Operationsmethode bestens vertraut. Die wichtigste Vorraussetzung für die Implantation einer Sprunggelenksprothese ist ein ausreichendes Knochenlager. Eine Knochentransplantation ist in begrenzten Umfange möglich. Auch die Achsverhältnisse im Bereich des Rückfußes, sowie die Stabilität der Sprunggelenksbänder und letztlich die Knochenqualität (Osteoporose) spielen eine wichtige Rolle bei der Indikationsstellung. Sehr wichtige Vorraussetzung für die Implantation einer Sprunggelenksprothese sind ätzfreie Hautverhältnisse und insbesondere ungestörte Durchblutungsverhältnisse. Die von uns verwendete Prothese ist eine zementfreie Prothese, die am Knochen festwächst. Die Sprunggelenksprothesen bestehen aus 3 Komponenten:

  • einer gerundeten Kappe für die Sprungbeinrolle
  • einer Platte für die Schienbeingelenkfläche
  • sowie einem freibeweglichen Polyethylen-Gleitkern, wodurch die Hebe- und Schwerkräfte zwischen den metallischen Komponenten vermindert und somit die Haltbarkeit der Prothese verbessert wird.
Auch bei seltenen Lockerungen von Komponenten der von uns bevorzugten Prothese, muss nicht zwangsläufig eine Versteifung des Gelenkes erfolgen, da gute Revisionskomponenten zur Verfügung stehen.

Nachbehandlung
Wegen des hohen Risikos einer Wundheilungsstörung stellen wir das Sprunggelenk in den ersten 14 Tagen nach der Operation ruhig. Nach Entfernung der Hautnaht wird der Patient in unserer Klinik mit einem Spezialschuh ausgestattet, der die volle Belastung des operierten Beines ermöglicht. Bei röntgenologisch unveränderter Implantlage wird mit aktiven und passiven Bewegungsübungen begonnen. Wir empfehlen 6 Wochen nach Operation eine Anschlussbehandlung unter stationären Bedingungen für intensive therapeutische Maßnahmen.

Gleichzeitig können maßangefertigte Einlagen durch unsere orthopädische Werkstatt angefertigt werden, um den Rückfuß in einer neutralen Stellung zu stabilisieren. Regelmäßige Nachkontrollen (alle 3 Monate) sind erforderlich um die Stellung der Prothese und das klinische Erscheinungsbild zu prüfen.

Versteifung des oberen Sprunggelenk (Arthrodese des oberen Sprunggelenkes)
Eine Versteifung des oberen Sprunggelenkes ist Fällen eines Sprunggelenkverschleißes vorbehalten, bei denen die Implantation einer Prothese nicht in Frage kommt.

Dies sind in erster Linie Fälle mit schlechter Knochenqualität, ausgeprägter Fehlstellung, starken Bandinstabilitäten oder Patienten mit erheblicher Übergewichtigkeit. Die Versteifung des oberen Sprunggelenkes stellt ein bewährtes Verfahren zur Schmerzreduktion dar. Insbesondere beim Treppensteigen macht sich die Versteifung des Gelenkes jedoch nachteilig bemerkbar. Darüber hinaus besteht längerfristig das Risiko einer sog. der Anschlussarthrose der benachbarten Fußgelenke durch Überlastung. Die Versteifung erfolgt mittel spezieller Schrauben, in Einzelfällen auch mit speziellen Platten und macht in der Regel die Verpflanzung von Knochen aus dem körpereigenen Beckenkamm erforderlich. In Fällen, in denen auch das untere Sprunggelenk verschlissen ist, verwenden wir zur Stabilisierung einen Nagel, der in den Markraum eingebracht wird. Hiermit ist eine besonders stabile Situation herzustellen.

Die Nachbehandlung nach Versteifungsoperationen besteht in einer Gipsruhigstellung, die abhängig von der Knochenqualität bis zu 12 Wochen betragen kann.


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