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Häufige Ursache für Gelenkbeschwerden stellt der Knorpelschaden dar. Insbesondere das Kniegelenk ist hierbei betroffen. Die Ursachen für das Auftreten eines Knorpelschadens im Kniegelenk sind vielfältig: (Sport)Unfälle, Achsfehlstellungen, Verletzungen des Kapselbandapparates oder Nekrosen im Rahmen einer Osteochondrosis dissecans.
Aufgrund der geringen Regenerationsfähigkeit des hyalinen Gelenkknorpels sind in der Vergangenheit die Therapiemöglichkeiten begrenzt gewesen.
Das heutige moderene Therapiemanagement basiert auf drei Säulen.
Nach Versagen der ersten beiden Therapiekonzepte und in Abhängigkeit von der Genese und des Ausmaßes der Knorpelläsion stellt die operative Versorgung das Mittel der Wahl dar. Zunächst muss das betroffene Gelenk einer eingehenden Diagnostik unterzogen werden. Hierfür steht der ambulante Teil unserer Klinik zur Verfügung. Nach eingehender Anamneseerhebung wird eine weitere radiologische Diagnostik mittels Röntgen-Standardaufnahmen des Gelenkes in 2 Ebenen. Aufgrund der mäßigen Aussagekraft der Röntgenaufnahmen bei Verletzungen des Knorpels schließt sich eine kernspintomographische Untersuchung an, mit der man den Grad und das Ausmaß des Knorpelschadens abschätzen kann. Nun erfolgt im gemeinsamen Gespräch mit dem Patienten das Festlegen des weiteren Procederes.
Für die operative Versorgung einer Knorpelläsion stehen verschieden Techniken zur Verfügung. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Invasivität und ihrer Wirkmechanismen.
1. Abtragen störender Knorpelanteile
- Dieses Verfahren ist arthroskopisch, also mikroinvasiv, durchführbar, wobei kleine Fasszangen oder kleine rotierende Fräsen (Shaver) die Oberfläche des Knorpels glätten. Je nach Literatur werden diese Verfahren eine Erfolgsquote kurzfristig von bis zu 80%, mittelfristig bis zu 50% zugeschrieben.
2. Induktion von Faserknorpel
Defekte mit einem Durchmesser von mehr als 15mm erfordern Techniken, die eine Transplantation von knorpelbildenden Zellen ermöglichen. Hierzu zählen die OCT (osteochondrale autologe Transplantation) und die ACT (autologe Chondrozytentransplantation). Die Auswahl der Verfahren richtet sich nach dem Durchmesser des Defekts und der Lokalisation und werden beide offen (Mittels Mini-Schnitt) in unserem Hause durchgeführt.
Alle Eingriffe am Knorpel eines Gelenks bedürfen jeweils eines speziellen postoperativen Manage-ments. Hierzu zählen gesonderte krankengymnastische Techniken, Kyrotherapie, Muskelstimulation, Ultraschall, Lymphdrainage und die Limitierung der Belastung und des Bewegungsausmaßes mit Hilfe orthopädischer Orthesen.
Zusammenfassend muß man konstatieren, dass in der heutigen Zeit genügende Therapieregime beim Vorliegen einer Knorpelläsion unserem Hause zur Verfügung stehen. Der wichtigste Faktor ist die rechtzeitige Diagnosestellung, um die entsprechende Therapie einleiten zu können.
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